Die richtige Website von Anfang an planen
Wer eine neue Arztpraxis gründet, steht vor unzähligen Aufgaben: Räume einrichten, Personal einstellen, Geräte beschaffen, Verträge abschließen. Die Website wird dabei häufig aufgeschoben oder unter Zeitdruck ohne klares Konzept erstellt. Das Ergebnis: eine Praxis-Website, die weder Patienten überzeugt noch in Suchmaschinen gefunden wird.
Diese Checkliste hilft Praxisgründern und Ärzten, die ihre Website neu aufsetzen, alle relevanten Punkte systematisch zu berücksichtigen. Von der Domainwahl über die Seitenstruktur bis zur technischen Umsetzung deckt sie die gesamte Bandbreite ab.
Phase 1: Vorbereitung und Planung
Zielgruppe definieren
Bevor Sie an Design oder Inhalte denken, klären Sie, wen Ihre Website ansprechen soll. Eine kinderärztliche Praxis hat andere Anforderungen als eine orthopädische Fachpraxis oder ein MVZ. Die Zielgruppe bestimmt die Tonalität der Texte, die Bildsprache, die Funktionen und den Aufbau der Website.
Stellen Sie sich folgende Fragen: Welches Durchschnittsalter haben Ihre Patienten? Welche Behandlungen suchen Patienten am häufigsten? Kommen Patienten über Überweisungen oder suchen sie eigenständig? Welche Informationen benötigen Patienten vor dem ersten Besuch?
Domain sichern
Die Domain ist die Adresse Ihrer Website im Internet. Für Arztpraxen eignen sich Domains, die den Praxisnamen oder das Fachgebiet und den Standort enthalten, zum Beispiel zahnarzt-mueller-berlin.de oder hautarztpraxis-hamburg.de.
Sichern Sie die Domain so früh wie möglich, idealerweise bereits vor der Praxiseröffnung. Prüfen Sie, ob die gewünschte .de-Domain verfügbar ist, und registrieren Sie auch gängige Schreibvarianten, um Verwechslungen zu vermeiden. Die Kosten für eine .de-Domain liegen bei 8 bis 15 Euro pro Jahr.
Wettbewerbsanalyse
Analysieren Sie die Websites anderer Praxen in Ihrer Region und Ihrem Fachgebiet. Welche Informationen bieten diese an? Wie sind die Websites strukturiert? Wo sehen Sie Verbesserungspotenzial? Diese Analyse hilft Ihnen, sich gezielt von der Konkurrenz abzuheben und typische Fehler zu vermeiden.
Suchen Sie bei Google nach den Begriffen, für die Sie gefunden werden möchten (z.B. “Zahnarzt München Schwabing”). Die Websites auf den ersten Positionen zeigen Ihnen, welches Qualitätsniveau erwartet wird.
Phase 2: Struktur und Inhalte
Seitenstruktur festlegen
Eine klare, logische Seitenstruktur ist die Grundlage jeder guten Website. Für eine typische Arztpraxis empfiehlt sich folgende Grundstruktur:
| Seite | Inhalt | Priorität | Geschätzter Umfang |
|---|---|---|---|
| Startseite | Überblick, Fachgebiet, wichtigste Leistungen, CTA | Hoch | 500-800 Wörter |
| Leistungen (Übersicht) | Alle angebotenen Behandlungen | Hoch | 300-500 Wörter |
| Einzelne Leistungsseiten | Detailbeschreibung pro Behandlung | Hoch | 400-800 Wörter je |
| Team / Über uns | Ärzte und Mitarbeiter vorstellen | Hoch | 300-600 Wörter |
| Kontakt / Anfahrt | Adresse, Telefon, Karte, Formular | Hoch | 200-300 Wörter |
| Sprechzeiten | Reguläre und besondere Zeiten | Hoch | 100-200 Wörter |
| Online-Terminbuchung | Integration eines Buchungssystems | Mittel | Systemintegration |
| Aktuelles / Blog | Praxis-News, Gesundheitsthemen | Mittel | Fortlaufend |
| Impressum | Rechtlich vorgeschrieben | Pflicht | Standardtext |
| Datenschutzerklärung | DSGVO-konforme Erklärung | Pflicht | Standardtext |
Für ein professionelles Webdesign für Ärzte ist diese Grundstruktur der Ausgangspunkt, der je nach Fachgebiet und Praxisgröße erweitert wird.
Inhalte vorbereiten
Die Content-Erstellung ist häufig der zeitaufwändigste Teil des Website-Projekts. Beginnen Sie frühzeitig mit der Zusammenstellung folgender Inhalte:
Beschreiben Sie jede Leistung Ihrer Praxis verständlich und ausführlich. Vermeiden Sie reine Fachsprache, erklären Sie Begriffe und gehen Sie auf häufige Patientenfragen ein. Verfassen Sie eine Vorstellung Ihres Teams mit Werdegang, Qualifikationen und persönlichen Schwerpunkten. Listen Sie Ihre Sprechzeiten auf und geben Sie Informationen zur Erreichbarkeit außerhalb der Sprechzeiten.
Lassen Sie die Texte von einer zweiten Person gegenlesen, idealerweise von jemandem ohne medizinischen Hintergrund, um die Verständlichkeit zu prüfen.
Bildmaterial zusammenstellen
Professionelle Fotos sind entscheidend für den Vertrauensaufbau. Planen Sie ein Fotoshooting, das folgende Motive umfasst: Portraitfotos aller Ärzte und Mitarbeiter, Aufnahmen der Praxisräume (Empfang, Wartezimmer, Behandlungszimmer), Außenaufnahme des Gebäudes mit Praxisschild und gegebenenfalls Behandlungssituationen (mit Einwilligung der abgebildeten Personen).
Phase 3: Technische Grundlagen
CMS auswählen
Für Arztpraxen ist WordPress das am häufigsten eingesetzte Content-Management-System. Es bietet eine intuitive Bedienoberfläche, tausende Erweiterungen (Plugins) und eine große Community. Alternativen wie TYPO3 oder Joomla kommen bei größeren Projekten wie Klinik-Websites zum Einsatz.
Achten Sie darauf, dass das CMS Ihnen erlaubt, einfache Änderungen wie Sprechzeiten-Updates oder neue Teamfotos selbst vorzunehmen, ohne für jede Kleinigkeit die Agentur beauftragen zu müssen.
Hosting und Performance
Wählen Sie ein Hosting-Paket, das für medizinische Websites geeignet ist. Wichtige Kriterien sind: Serverstandort in Deutschland (aus Datenschutzgründen), SSL-Zertifikat (HTTPS ist Pflicht), regelmäßige Backups, ausreichende Geschwindigkeit und Verfügbarkeit sowie PHP 8.x Unterstützung.
Managed WordPress Hosting bietet den Vorteil, dass sich der Anbieter um Updates, Sicherheit und Performance kümmert. Die Kosten liegen zwischen 20 und 80 Euro monatlich.
Online-Terminbuchung einrichten
Ein Online-Terminbuchungssystem ist für neue Praxen ein wichtiges Differenzierungsmerkmal. Patienten schätzen die Möglichkeit, rund um die Uhr Termine zu buchen, ohne während der Sprechzeiten anrufen zu müssen.
Gängige Lösungen für Arztpraxen sind Doctolib, Jameda Online-Terminbuchung und spezialisierte Plugins für WordPress. Die Kosten liegen zwischen 30 und 150 Euro monatlich, abhängig von Funktionsumfang und Anbindung an die Praxissoftware.
Phase 4: Suchmaschinenoptimierung (SEO)
Lokale SEO-Grundlagen
Für Arztpraxen ist lokale Suchmaschinenoptimierung für Ärzte der wichtigste SEO-Bereich. Patienten suchen fast immer nach einem Arzt in ihrer Nähe. Die wichtigsten Maßnahmen sind:
Erstellen und optimieren Sie Ihr Google-Unternehmensprofil mit vollständigen Informationen, Fotos und korrekten Öffnungszeiten. Verwenden Sie lokale Keywords in Seitentiteln, Überschriften und Texten (z.B. “Hautarzt Stuttgart West” statt nur “Dermatologische Praxis”). Sorgen Sie für konsistente NAP-Daten (Name, Adresse, Telefonnummer) auf allen Plattformen.
On-Page-Optimierung
Jede Seite Ihrer Website sollte für ein bestimmtes Keyword optimiert sein. Der Seitentitel (Title Tag) sollte das Hauptkeyword enthalten und maximal 60 Zeichen lang sein. Die Meta-Beschreibung fasst den Seiteninhalt in maximal 155 Zeichen zusammen und soll zum Klicken animieren.
Verwenden Sie eine klare Überschriftenstruktur mit H1 (einmal pro Seite), H2 (Hauptabschnitte) und H3 (Unterabschnitte). Jedes Bild sollte einen beschreibenden Alt-Text erhalten, der das Bildmotiv und idealerweise ein relevantes Keyword enthält.
Technische SEO
Die technische Basis muss stimmen, damit Google Ihre Website effizient crawlen und indexieren kann. Erstellen Sie eine XML-Sitemap und reichen Sie diese in der Google Search Console ein. Prüfen Sie die robots.txt-Datei, um sicherzustellen, dass keine wichtigen Seiten blockiert werden. Implementieren Sie strukturierte Daten (Schema.org) für Ihre Praxis (LocalBusiness, MedicalOrganization).
Phase 5: Rechtliche Anforderungen
Impressum
Das Impressum ist für jede gewerbliche Website gesetzlich vorgeschrieben (Telemediengesetz). Für Arztpraxen muss es folgende Angaben enthalten: Name und Anschrift des Praxisinhabers, Berufsbezeichnung und Staat der Verleihung, zuständige Ärztekammer, Approbationsbehörde, kassenärztliche Vereinigung (bei Kassenärzten), Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (falls vorhanden) und Aufsichtsbehörde.
Datenschutzerklärung
Die Datenschutzerklärung muss alle auf der Website eingesetzten Technologien und deren Datenverarbeitung beschreiben. Dazu gehören: Kontaktformulare, Terminbuchungssysteme, Analysetools (Google Analytics), eingebettete Inhalte (Google Maps, YouTube-Videos) und Cookie-Nutzung. Verwenden Sie einen Datenschutz-Generator als Ausgangspunkt und lassen Sie die Erklärung von einem Fachanwalt prüfen.
Cookie-Consent
Ein Cookie-Consent-Banner ist Pflicht, wenn Ihre Website Cookies setzt, die nicht technisch notwendig sind. Tools wie Borlabs Cookie oder Complianz bieten DSGVO-konforme Lösungen für WordPress. Achten Sie darauf, dass Tracking-Cookies erst nach aktiver Einwilligung geladen werden (Opt-in-Verfahren).
Phase 6: Launch und laufende Betreuung
Pre-Launch-Checkliste
Vor der Veröffentlichung Ihrer Website sollten Sie folgende Punkte prüfen: Alle Texte auf Rechtschreibung und inhaltliche Korrektheit überprüft? Alle Links funktionieren (keine 404-Fehler)? Kontaktformular getestet? SSL-Zertifikat aktiv (https://)? Mobile Darstellung auf verschiedenen Geräten geprüft? Ladegeschwindigkeit optimiert? Impressum und Datenschutzerklärung vollständig? Cookie-Consent korrekt eingerichtet? Google Search Console eingerichtet?
Laufende Betreuung planen
Eine Website ist kein einmaliges Projekt, sondern erfordert kontinuierliche Pflege. Die regelmäßige Website-Betreuung umfasst: technische Updates (CMS, Plugins, Theme), Sicherheits-Monitoring und Backup-Management, inhaltliche Aktualisierungen (Sprechzeiten, Team, Leistungen), Performance-Optimierung sowie SEO-Monitoring und -Optimierung.
Planen Sie ein monatliches Budget von 100 bis 300 Euro für die laufende Betreuung ein. Ohne regelmäßige Wartung werden Sicherheitslücken nicht geschlossen, die Performance verschlechtert sich und das Google-Ranking sinkt.
Zeitplan für die Website-Erstellung
Ein realistischer Zeitplan für die Erstellung einer Praxis-Website sieht wie folgt aus:
In den Wochen 1 und 2 erfolgen Konzeption und Planung: Zielgruppe definieren, Wettbewerbsanalyse, Seitenstruktur festlegen und Domain sichern. In den Wochen 3 und 4 beginnen Design und Content-Erstellung parallel. Fotoshooting planen und durchführen, Texte schreiben und abstimmen. In den Wochen 5 bis 7 folgt die technische Umsetzung: CMS-Installation, Design-Umsetzung, Funktionsintegration und SEO-Grundlagen. Woche 8 ist der Testphase und dem Launch gewidmet: Qualitätssicherung, Korrekturen, Go-live und Einreichung in der Google Search Console.
Beginnen Sie mit der Website-Planung mindestens acht bis zwölf Wochen vor der gewünschten Veröffentlichung. Für eine Beratung und individuelle Planung stehen wir Ihnen über unsere Kontaktseite zur Verfügung.
Häufig gestellte Fragen
Wann sollte ich mit der Website-Planung für meine neue Praxis beginnen?
Beginnen Sie mindestens drei Monate vor der Praxiseröffnung mit der Website-Planung. Die Domain sollte so früh wie möglich gesichert werden. Die Website selbst muss nicht am Eröffnungstag perfekt sein, aber eine professionelle Grundversion mit Kontaktdaten, Leistungsübersicht und Teamvorstellung sollte zum Start online sein.
Welche Seiten brauche ich mindestens für den Start?
Für den Launch benötigen Sie mindestens: Startseite, Leistungsübersicht, Teamseite, Kontaktseite mit Anfahrt und Sprechzeiten, Impressum und Datenschutzerklärung. Weitere Seiten wie einzelne Leistungsdetailseiten und ein Blog können nach dem Start ergänzt werden.
Brauche ich einen Blog auf meiner Praxis-Website?
Ein Blog ist nicht zwingend erforderlich, aber empfehlenswert für die Suchmaschinenoptimierung. Regelmäßige Blogbeiträge zu Gesundheitsthemen, Behandlungsmethoden oder Praxis-News verbessern die Sichtbarkeit in Suchmaschinen und positionieren Sie als Experten in Ihrem Fachgebiet. Wichtig: Nur starten, wenn Sie die Kapazität für regelmäßige Beiträge haben.
Welches CMS eignet sich am besten für Arztpraxen?
WordPress ist für die meisten Arztpraxen die beste Wahl. Es bietet eine intuitive Bedienoberfläche, tausende Plugins für Zusatzfunktionen und kann von erfahrenen Webdesignern individuell angepasst werden. Für sehr kleine Praxen kann auch ein Baukastensystem wie Jimdo oder Squarespace ausreichen, bietet aber weniger Flexibilität.
Was kostet eine Website für eine neue Arztpraxis insgesamt?
Eine professionelle Praxis-Website kostet einmalig zwischen 3.000 und 8.000 Euro, zuzüglich laufender Kosten von 100 bis 300 Euro monatlich für Hosting, Wartung und eventuelle Zusatzdienste. Die Gesamtkosten im ersten Jahr liegen damit zwischen 4.200 und 11.600 Euro. Diese Investition amortisiert sich durch die gewonnenen Patienten in der Regel innerhalb des ersten Jahres.
Sollte ich die Website selbst erstellen oder eine Agentur beauftragen?
Für Praxisgründer empfehlen wir die Zusammenarbeit mit einer auf medizinische Websites spezialisierten Agentur. Die Zeitersparnis, die professionelle Qualität und die SEO-Expertise rechtfertigen die Investition. Die eigene Zeit ist als Arzt zu wertvoll, um sie in Webdesign und Technik zu investieren, wenn das Kerngeschäft die Patientenversorgung ist.
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